Tiroler Goldschmied

Tiroler Goldschmied
Schlossweg 3
I-39019 Dorf Tirol
Tel. 0039/0473/923492

alle weiteren Filialen unter
www.tirolergoldschmied.it

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Als kleine Goldschmiedewerkstatt Ende der 1960er-Jahre gegründet, ist das Familienunternehmen heute Südtirols größter Juwelier und mit seiner fine jewellery brand LA PREZIOSA auch international äußerst erfolgreich. Geschäftsführer Hannes Gamper ist der kreative Kopf hinter den 17 eigenen Kollektionen. Im Gespräch gibt er einen Einblick.

Käfer Zeitung: Herr Gamper, was ist das Markenzeichen von LA PREZIOSA?

Hannes Gamper: La Preziosa bedeutet „das Wertvolle“. Schmuck ist für mich mehr als ein Accessoire – er erzählt etwas über die Frau, die ihn trägt. Kundinnen greifen oft intuitiv zu einem Stück, das zu ihrer Stimmung passt. So werden meine Kreationen zu einer Art Statement Piece. Mal leise und zurückhaltend, mal kraftvoll und präsent.

Inwiefern beeinflusst Ihre Heimat die Designs?
Die Region ist von Kontrasten geprägt – das alpin-mediterrane Lebensgefühl, Palmen in Meran, zugleich der Blick auf verschneite Berge. Hinzu kommen die Bodenständigkeit und das Gespür für Ästhetik der Menschen. Das inspiriert mich. Einer meiner Kraftorte ist der Fluss Passer mit seinen einzigartigen Kieseln, ihm habe ich die „Passer Stones“ gewidmet.

In Südtirol sind Sie der Platzhirsch unter den Juwelieren. Ihre Kollektion „ON AIR“ präsentierten sie jedoch in New York. Wie kam es dazu?
„ON AIR“ ist eine Hommage an die Musik und das Lebensgefühl der 1980er-Jahre. Ich denke dabei an New York, eine dynamische Stadt, in der man sich beweisen muss. Dort zählt nur, was man zeigt. Genau diese Herausforderung hat mich gereizt.

Auf welche Kollektion sind Sie besonders stolz?
Ich empfinde mehr Dankbarkeit als Stolz. Jede Kollektion ist Teil eines Prozesses. Am spannendsten ist immer die, die noch kommt. Aktuell ist es die Graffiti-Kollektion, die im Herbst präsentiert wird. Ich bin neugierig, welche Emotionen sie auslösen wird.

Was unterscheidet Ihre High Jewellery vom klassischen Schmuckdesign?
High Jewellery entsteht für mich nicht allein durch den Wert der Materialien, sondern durch die individuelle Formensprache. Erst wenn das Schmuckstück getragen wird, bekommt es Charakter – und der interessiert mich mehr als reine Perfektion.

Sie sind nicht nur Goldschmied, sondern auch studierter Bildhauer. Wie fließt dieses Können in Ihre kreative Arbeit ein?
Es prägt meine Herangehensweise grundlegend, da ich sehr stark in Formen denke, wie bei einer Skulptur.

In Ihrer Freizeit widmen Sie sich der Falknerei. Was begeistert Sie daran?
Der respektvolle Umgang mit den Wildtieren ist etwas Besonderes und hat viel mit Vertrauen zu tun. Gleichzeitig habe ich das Gefühl, Teil der Natur zu sein. Das bringt mich zur Ruhe und erdet mich.

Vielen Dank für das Gespräch.