Il Sereno Lago di Como
Il Sereno Lago di Como
Via Torrazza 10
I-22020 Torno
Tel. 0039/031/5477800
Gästen seines ersten Hotels, des legendären Le Sereno auf St. Barth. Fasziniert von der privilegierten Lage auf einer sonnenverwöhnten Landzunge, entschied er sich, die heruntergekommene Villa Flora und das benachbarte Gebäude aus den 1960er-
Jahren gemeinsam mit der Architektin und Designerin Patricia Urquiola in ein Hoteljuwel zu verwandeln, wie es der Comer See bisher nicht kannte. Das Il Sereno, 2016 eröffnet, erhebt sich auf den Fundamenten eines ehemaligen Bootshauses,
dessen historische Steinbögen erhalten blieben, und schmiegt sich diskret in die leicht abfallende Landschaft. Die Architektur allerdings bricht bewusst mit dem neoklassischen Pomp der Nachbarvillen, stattdessen dominieren klare Linien, sehr
viel Glas, Naturstein und Holz. Die Fassade mit ihren horizontalen Linien und der vertikale Garten von Patrick Blanc lassen das Hotel fast wie einen Teil der Felswand und der Vegetation wirken: Urquiolas Gestaltung wagt die Kühnheit, modern zu sein, ohne die Seele des Ortes zu ignorieren.
Auch das Interieur prägte die in Spanien geborene und schon lange in Mailand lebende Designerin mit edlem Nussbaumholz, Verdi-Alpi-Marmor, Kupferakzenten und sanften Erdtönen ohne jedes Ornament. Als Mitglied der The Leading Hotels of the World fühlt sich das Il Sereno dem Luxus der Intimität verpflichtet und beschränkt sich auf nur 40 Suiten zwischen 65 und 200 qm. Allesamt zum See ausgerichtete Rückzugsorte mit bodentiefen Fenstern, feinstem italienischem Mobiliar und privaten Terrassen. Ein spezielles Schmuckstück ist die in diesem Jahr neu hinzugekommene Listening Suite mit eigenem Seezugang. Im Stile japanischer Hörräume von Patricia Urquiola und der Familie Contreras gemeinsam gestaltet, beherbergt sie nicht nur Luis Contreras überbordende private Vinylsammlung, sondern auch ein Weltklasse-Audiosystem mit Röhrenverstärker, Reel-to-Reel-Tonbandgerät und Lautsprechern, die aus dem gleichen Noce-Canaletto-Holz gefertigt sind wie der Rest des Hotels und pro Stück über 200 kg wiegen. Wesentlich leichter ist da die Küche des jungen neapolitanischen Chefkochs Raffaele Lenzi, der für sein Restaurant Sereno Al Lago (und wohl ein klein wenig auch für dessen Terrasse mit prosaischem Blick auf die hauseigenen Riva-Boote) einen Michelin-Stern hält. Dieses Jahr stellt der großartige Gemüsekoch unter das Motto „A modo mio“ (dt.: auf meine Art) und interpretiert traditionelle Gerichte wie Artischocke nach römischer Art mit einer Lapsang-Souchong-Reduktion neu. Und selbst im Valmont-Spa ist man dem See ganz nah, ist er doch auf atmosphärisch betörende Weise in den historischen Bögen des ehemaligen Bootshauses untergebracht.
