Restaurant Elsa
6. Jan. 2026
Nein, Elsa hieß nicht die Oma des jungen Gastronomen Lucas Kucz, sondern seine erste Hündin. Aber die herrlichen Dampfnudeln mit Mohnhaube und Blaubeer-Vanillesauce in seinem neuen Restaurant Elsa haben schon ganz viel Oma-Wohlfühl-Charme. Und das, obwohl Kucz mit seinen Erfahrungen aus der Sterne-Gastronomie und Tophotellerie, sein Küchenchef Philipp Naase (u. a. Falco Leipzig) und sein Souschef Konstantin Reichardt (u. a. Es:senz Grassau) auch ganz anders könnten, wenn sie nur wollten. Was sie wollen, ist deutsch-österreichische Feelgood-Küche vom Feinsten. Erinnerungen, die Freude machen und dann doch angenehm überraschen. Oft raffiniert, manchmal kreativ, nie blasiert und immer auf gemütsschmeichelnde Weise gut. Das saftig-krosse Cordon bleu mit geräuchertem Wacholderschinken hat mindestens gehobenes Wirtshaus-Flair. Gekonnt den Bogen von der Tradition zur Küchenklassik schlagen Naase und Reichardt, wenn sie den Kaspressknödel mit Tomate, Endivie, Parmesanchips und einer Schinken-Beurre-blanc ausbalancieren. Und eine elegante Vorspeise wie die Makrele mit Kohlrabi, Schnittlauch und Radieserln zeigt auf den ersten Blick, wo die Herrschaften ihr Handwerk gelernt haben.
Apropos Optik: Das Elsa in der Bräuhausstraße unweit des Viktualienmarkts, dort wo früher die Brasserie Thi war, ist eines der schönsten Restaurants in der Innenstadt, mit stimmungsvollem Licht und einem zauberhaften Séparée. Und gerade samstagmittags bei bayerischen Austern mit Grammeln, Apfel, Breznwürferl und Meerrettich auch mit entspannten Weltstadt-Vibes. Weltstadt mit Herz, selbstverständlich.
