Exklusiv für Lodenfrey
Nach der Wiesn ist für uns vor der Wiesn“, erzählt Gabriele Hammerschick, Senior Buyer Damentracht bei Lodenfrey. „Kaum ist die fünfte Jahreszeit vorbei, planen wir schon mit unseren Markenpartnern die neuen Kapselkollektionen für die kommende Trachtensaison.“ Gemeinsam mit ihrem Kollegen Johann Maurer, Senior Buyer Herrentracht, ist sie verantwortlich für die exklusiven Kooperationen, die eigens für und gemeinsam mit Lodenfrey designt werden und nur dort erhältlich sind.
Das Traditionshaus steht für eine Trachtenexpertise, die ihresgleichen sucht – und für eine Vielfalt, die Trachten in einzigartiger Breite vereint. Lodenfrey führt das ganze Jahr über alles, wasein gelungenes Trachtenoutfit ausmacht: Lederhosen mit ihrem charakteristischen Geruch nach Naturleder, Dirndl in vielen Farben und Schnitten, Hemden und Blusen, Jacken und Westen, Strümpfe und Schuhe sowie die passenden Accessoires. Neben der hauseigenen Wiesnkollektion sind alle namhaften Marken vertreten – darunter viele Modelle mit dem Zusatz „Exklusiv für Lodenfrey“. Ob Meindl, Gottseidank, Kinga Mathe, Giacomelli Trachten, Heimatglück oder Tostmann: Sie alle fertigen Sondereditionen, die allein im Münchner Stammhaus in der Maffeistraße und im Onlineshop erhältlich sind. Doch nur wenige Kundinnen und Kunden wissen, wie partnerschaftlich die Trachtenexperten des Hauses und die Labels im Kreativprozess zum Teil seit mehr als zehn Jahren zusammenarbeiten. „Tracht hat seit jeher einen besonderen Stellenwert für uns“, betont Markus Höhn, geschäftsführender Gesellschafter von Lodenfrey. „Die Designkooperationen mit den renommiertesten Trachtenherstellern sind eine wertvolle Ergänzung unserer eigenen Wiesnkollektion und wir freuen uns, schon so lange und intensiv mit vielen von ihnen zusammenarbeiten zu dürfen.“
Gabriele Hammerschick und Johann Maurer beginnen bereits im Oktober, die hauseigene Kollektion von Dirndln und Lederhosen für das kommende Jahr zu entwickeln. Die Erstellung vom ersten Entwurf über die Materialauswahl bis hin zur Fertigung und Auslieferung nimmt mehrere Monate in Anspruch. Dabei ist die Damentracht mit ihrer großen Bandbreite an Stoffen, Farben und Mustern deutlich aufwendiger als die Outfits für die Herren. Gabriele Hammerschick recherchiert früh die Trendfarben der internationalen Modebranche, lässt sich auf Stoffmessen inspirieren und greift den Zeitgeist in eigens entwickelten Mustern für die Textilien auf, aus denen die Röcke für die Wiesndirndl gefertigt werden. Diese Muster zeichnet sie selbst und lässt nach ihren Vorlagen Modelle für den Druck erstellen. Gefärbt und bedruckt werden die exklusiven Lodenfrey-Stoffe in kleinen Manufakturen in Österreich und weiteren europäischen Ländern, die ihr traditionelles Handwerk bis heute bewahren und für die Produktion entsprechend lange Vorlaufzeiten benötigen. Auch die kunstvollen Verzierungen vieler Dirndl wie Froschmäulchen oder Herzrüschen setzen ein versiertes Können voraus. Sie werden von erfahrenen Näherinnen in sorgfältiger Handarbeit umgesetzt.
Die Kooperationen mit den Partnerlabels entstehen nach einem ähnlichen Prinzip wie die hauseigenen Kollektionen. Gemeinsam werden neue Impulse für Schnitte und Verzierungen besprochen, Stoffe, Knöpfe und Borten in den jeweiligen Ateliers ausgesucht und die Entwürfe im stetigen Austausch miteinander finalisiert. So entstehen Looks, die auf die Wünsche der Lodenfrey-Kundschaft abgestimmt sind. „Die Kapselkollektionen sind häufig limitiert und dadurch nicht in großer Stückzahl erhältlich. Das macht sie natürlich besonders attraktiv“, so Gabriele Hammerschick. Ein Beispiel ist die Zusammenarbeit mit Maria Godau, die bei Chanel die Kunst der Haute-Couture-Stickerei erlernte. Heute verziert diese besondere Handwerkskunst die wenigen eigens für Lodenfrey gefertigten Modelle ihrer Marke Saintemarie Couture. „Im Designprozess ist es für uns besonders wichtig, dass die Identität und Handschrift unserer Partner erhalten bleiben, wir uns jedoch aktiv mit unserem Know-how und dem wertvollen Feedback, das wir als großer Händler in der Beratung erfahren, einbringen“, ergänzt Gabriele Hammerschick.
In der Herrentracht vollziehen sich die Veränderungen in den Designs Jahr für Jahr nur in Nuancen. Hier ein Zentimeter mehr oder weniger in der Länge, leicht angepasste Schnittführungen, neue Stoffqualitäten oder die Wahl des Besatzes – oftmals nimmt der Kunde gar nicht wahr, wie viel Liebe zum Detail in den Modellen steckt. Eine jahrelange Expertise auf beiden Seiten stellt die Grundlage für die Vielzahl von Lederhosen-, Westen- und Jackenmodellen dar, die in Markenpartnerschaft gefertigt werden. „Auch logistisch haben wir die Prozesse mittlerweile perfektioniert“, erzählt Johann Maurer. „Da wir schon früh im Jahr neue Ware für die Hochzeitssaison, für Volksfeste und für unsere internationale Klientel benötigen, nutzen wir die Zeit, in der die Produktionen unserer Partner nicht voll ausgelastet sind, für unsere exklusiven Kooperationen. Das ist eine Win-win-Situation für beide Seiten.“
Bei der Hirsch- oder Ziegenledernen ist der wichtigste Counterpart die Traditionsmanufaktur Meindl im Landkreis Traunstein. Hier trifft man sich im großen Lederlager und sucht die passenden Häute aus. Mal mit deutlicher Struktur und sichtbaren Narben, mal weniger auffällig. Dazu werden dann das passende Garn für den Stick ausgewählt und kleine Musterteile erstellt, um die Wirkung der Farbe in Kombination mit dem Leder beurteilen zu können. So entsteht Stück für Stück ein exklusives Lederhosendesign. Bei Jankern und Westen, z. B. von Gottseidank, werden die Schnitte definiert sowie Oberstoffe, Futter, Knöpfe und Besatz bestimmt. „Unsere Arbeit beruht auf einer Kombination aus Markenverständnis, Trachtenexpertise, handwerklicher Erfahrung
und engem Kundenkontakt“, verdeutlicht Johann Maurer. „Ideen entstehen nicht nach dem Motto: Wir machen jetzt mal etwas in Blau. Mit jeder Entwicklung gehen viele Entscheidungen über das Produkt und auch die Produktionsmöglichkeiten einher.“
Eine besondere Zusammenarbeit besteht mit dem Label Windsor in Kreuzlingen. Das Unternehmen steht für einen urbanen und italienisch geprägten Modestil, den das Designteam gemeinsam mit den Experten von Lodenfrey auf Janker und Westen überträgt. Das Ergebnis sind leicht verarbeitete Trachtensakkos aus feinen italienischen Stoffen und mit einer modernen Passform. Gefertigt werden sie im Windsor-Werk in Portugal. Von der kleinen Trachtenkollektion sind zwei bis drei Modelle pro Saison exklusive Designs für Lodenfrey.
Im Rahmen der Designkooperationen entwickelt Johann Maurer auch besonders luxuriöse Sondereditionen wie den mit der Kleidermanufaktur Habsburg auf 31 Exemplare limitierten Kaschmirjanker mit echten Silberknöpfen. Solch geringe Stückzahlen umzusetzen, ist nicht nur wirtschaftlich eine Herausforderung. Für die Knöpfe etwa musste erst einmal eine Gießerei gefunden werden, die das gewünschte Modell in einer derart kleinen Auflage fertigen kann. „Natürlich ist es manchmal etwas mühsam und verlangt viel Engagement und Geduld. Aber wenn wir am Ende sehen, wie gut die Styles unseren Kunden gefallen, ist die Freude umso größer. Dann wissen wir wieder, warum sich der Aufwand gelohnt hat“, sagt Johann Maurer.
Produktabbildungen oben (v.l.n.r.): Lederhose „Kochelsee“ von Lodenfrey x Meindl, Midi-Dirndl „Gaia“ von Giacomelli exklusiv für Lodenfrey, Dirndl „Hedi“ von Gottseidank x Lodenfrey, Charivari von Bayern Specials exklusiv für Lodenfrey, Leinendirndl „Pillersee“ aus der Kooperation Viky x Lodenfrey, Leinendirndl „Gaby“ von Kinga Mathe x Lodenfrey
