Avanti Avanti – Der neue Audi A6 Avant
Schön ist er schon, auch diesmal wieder. In einer Zeit, in der im VW-Konzern die Markenverantwortlichen schneller wechseln als die Modellreihen, ist das Audi-A6-Design der Inbegriff der Konstanz. Gerade jetzt, da die Konkurrenten im Wandel sind, erscheint diese sichtbare Verlässlichkeit klug und für die Kundenloyalität essenziell, da sich bei Mercedes die Alterszielgruppe spürbar nach oben verschiebt. Und bei BMW warten viele sehnsüchtig auf den lange angekündigten Stilwechsel hin zur „Neuen Klasse“, nicht weniger als eine Designrevolution, die den derzeitigen Angry-Birds-Look des nächtlichen Frontdesigns vergessen machen möchte. Avant aber steht seit 1977, als vor 48 Jahren mit dem Audi 100 Avant alles begann, für Fahrzeuge mit hoher Funktionalität dank üppigen Ladevolumens, ausgeprägter Fahrsicherheit dank quattro und zunehmender Sportlichkeit – und einem gewissen Schwung in der Linie.
Auch dem neuen Audi A6 Avant gelingt es, die Tugenden eines Premium-Kombis in einer Ära der SUV-Dominanz in eine hochattraktive Silhouette zu packen, die sowohl zeitlos als auch zukunftsweisend wirkt. Weder zu modern noch zu extrovertiert, für das Auge erholsam, also genau richtig für ein sportliches, alltagstaugliches Familienfahrzeug. Die behutsame Evolution ist die Handschrift des Chefdesigners Marc Lichte, der mittlerweile seit 2014 die Designsprache der Marke prägt. Lichte, bekannt für seine Fähigkeit, klare Linien mit emotionaler Wirkung zu verbinden, hat mit dem A6 Avant ein Fahrzeug geschaffen, dessen sanfte Neigung der Dachlinie dem Wagen eine coupéartige Geschmeidigkeit verleiht, ohne die Praktikabilität zu opfern. Man könnte dem A6-Design sogar eine feine Nuance südländischen Temperaments unterstellen. Vielleicht kein Zufall, wenn die Sportwagen-Schwestermarke Lamborghini heißt und die Audi-Motorradsparte aus heißblütigen Ducatis besteht.
Die Front dominiert der neu interpretierte Singleframe-Grill, einst vom Italiener Walter da Silva mit großer Geste zum Audi-Gesicht und Markenzeichen erhoben, der nun noch breiter und dabei flacher in den Bug integriert ist, flankiert von schmalen, filigran gezeichneten Matrix-LED-Scheinwerfern, die mit 48 individuellen Segmenten pro Einheit eine beeindruckende Lichtsignatur erzeugen. Präzise gesetzte Lichtkanten definieren die Seitenlinie und die mittlerweile gewohnt muskulösen Radhäuser und erzeugen auch hier ein gekonntes Spiel von Licht und Schatten. Besonders beeindruckend ist die Aerodynamik dieser neuen Avant-Form: Mit einem Luftwiderstandsbeiwert von 0,25 setzt der A6 Maßstäbe für Verbrenner-Kombis (es gibt ihn auch als e-hybrid und natürlich als e-tron) und verweist damit selbst viele reine Elektrofahrzeuge in die Schranken. Am Heck setzt sich die horizontale Betonung fort, mit einem durchgehenden Leuchtenband, das die Stattlichkeit des Fahrzeugs unterstreicht und die innovative OLED-Technologie voll ausspielt – im Sinne der Schönheit und Sicherheit zugleich.
Die Ästhetik des Innenraums entsteht aus der Verbindung eines Kokons aus höchster Handwerkskunst mit digitaler Immersion. Gemäß der Audi-Softwrap-Designphilosophie soll ein umarmendes Gefühl der Geborgenheit geschaffen werden. Das gelingt, weil sich die horizontale Softwrap-Architektur von den Türverkleidungen über die Instrumententafel bis hin zur Mittelkonsole und zur Mittelarmlehne erstreckt, wodurch eine optische Verbindung und eine Anmutung von Wohnlichkeit entstehen, unterstrichen von der haptischen Qualität exzellent verarbeiteter Materialien wie feinstem Leder, offenporigem Holz und gebürstetem Aluminium. Dazu kommen zwei Displays, die eine abermals intuitivere Bedienung des Infotainments ermöglichen und das unterstützende digitale Erlebnis in den Vordergrund stellen, ohne die Ergonomie oder gar die Konzentration zu beeinträchtigen. Das Fahrvergnügen bleibt so ein jederzeit unmittelbares.
Der Geschmeidigkeit der Formen steht das Fahrgefühl in nichts nach. Audis quattro-Philosophie bleibt ein Kernbestandteil, da sie nicht nur für überlegene Traktion steht, sondern auch für ein sicheres Fortkommen, das Stabilität und Agilität auf souveräne Weise verbindet. Im neuen A6 sollten sich Vielfahrer auch die adaptive Luftfederung und die optionale Allradlenkung gönnen, sorgen diese doch für dynamisches Handling und Präzision, gepaart mit erstklassigem Langstreckenkomfort, für entspanntes Reisen. Dafür sind das Motor- und Getriebemanagement sowie die Fahrwerk-Regelsysteme im neuen Avant beeindruckend gut aufeinander abgestimmt. Die Effizienz erhöht bei den Verbrennermodellen die Hybridisierung des Antriebsstrangs mit dem neuen MHEV plus-System, das beim Abbremsen bis zu 25 kW Leistung elektrische Energie rekuperierend zurück in die Batterie speist. Das ermöglicht nicht nur elektrische Fahranteile, sondern stellt auch zusätzliches Drehmoment zur Verfügung, was der Fahrer beim Tritt aufs Gaspedal als spontanere und direktere Reaktion durchaus spürt, bei gleichbleibend starker Traktion. Im neuen Audi macht Sparen tatsächlich auch noch Spaß!
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